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2011/01
 
Schlaglochpatenschaften
 
 
 
Auf den ersten Blick hat die pfiffige Idee der Schlaglochpatenschaften einen gewissen Charme, stammt sie doch von einem Christdemokratischen Bürger-meister aus Thüringen. Sie dokumentiert bürgerschaftliches Engagement und fand in der kleinen Gemeinde Niederzimmern durchaus Zustimmung. Bei näherer Betrachtung kommen mir persönlich jedoch Zweifel, weshalb ich diese Idee ohne vorherige Diskussion innerhalb der Fraktion nicht vorbehaltlos unter-stützen kann.

Die Erhaltung der verkehrlichen Infrastruktur ist ureigene Kernaufgabe der öffentlichen Hand. Der Bürger, insbesondere auch der Autofahrer, zahlen bereits jetzt Steuern in vielfältiger Form und Variation. Ihn jetzt auch noch zur Beseitigung der Schlaglöcher finanziell heranzuziehen halte ich zumindest für fragwürdig.

Zweifel kommen zudem bei der praktischen Umsetzung der Idee, die in einem 1000 Seelen Dorf geboren wurde, in dem jeder Bürger jedes Schlagloch kennt. In Unna sähe das etwas anders aus. Die Löcher werden fotografiert und der geneigte Bürger sucht sich dann im Katalog sein persönliches Schlagloch aus?! Dieses reparierte Loch wird dann noch mit einer Namensplakette versehen. Man sollte zunächst einmal nachfragen, was die wirklich nachhaltige Beseitigung von Schlaglöchern unterschiedlicher Erscheinungsformen und Größe kostet. Zudem könnte die Aktion dazu führen, dass Straßen mit besser betuchten Anliegern später in Topzustand sind, während andere Straßen weiterhin gelöchert bleiben.

Wir sollten zunächst einmal das Ende der Frostperiode abwarten, die Schäden umfassend feststellen und das im Haushalt für diese Zwecke veranschlagte Geld ausgeben. Sollte das nicht reichen muss der Rat entscheiden, aus welchen Mitteln die notwendige Straßensanierung bezahlt werden kann.
 
 
 
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