Archiv - Artikel vom 29.06.2018:
 

Stellungnahme von Gabriele Meyer, Vorsitzende des Ausschusses für Soziales und Senioren, zur Schließung der Eissporthalle

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,

dass der Eissport in Unna zum 01.07. jetzt nicht in die neue Saison starten kann, war für uns als CDU-Fraktion eine Hiobsbotschaft. Geben Sie mir daher die Gelegenheit, nun unsere Entscheidung zu erläutern und auf die Petition einzugehen.

Dass wir nun vor dieser Situation stehen, führte jedoch nicht erst jetzt zur Beratung über die Eissporthalle, denn wir haben bereits seit Anfang des Jahres sehr intensiv über die Halle diskutiert.

Im Rat haben wir uns dann schweren Herzens am 26. April dazu entschlossen, den Pachtvertrag nach 2020 nicht mehr zu verlängern. Denn wir müssen uns heute Gedanken machen über die Jahre nach 2020. Die mittelfristig anstehenden Sanierungsarbeiten des Gebäudes und der Technik hätten Investitionen in Höhe von mehreren Millionen Euro bedeutet. Und das ganze eingerahmt in dem Szenario, dass wir den städtischen Haushalt auf solide Füße stellen müssen. Dazu sind wir in der Haushaltssicherung, um den Haushalt ausgleichen zu können. Selbstverständlich haben wir die verschiedenen Denkmodelle aufgegriffen und in gebotener Sachlichkeit beraten. Vor dem uns gegebenen Sachverhalt haben wir uns im April also dazu entschlossen, die Eissporthalle zu Ende 2020 als Stadt aufzugeben.

Auch haben wir uns in den letzten Jahren immer wieder um die Eissporthalle gekümmert. So z. B. in 2007, am 14.06., haben wir im Rat beschlossen, das Dach der Eissporthalle zu sanieren, das allerdings bei anderen Rahmenbedingungen unseres Haushaltes. Andernfalls hätte damals schon die Halle nicht weiter betrieben werden dürfen. Das Gebäude hatte die gleiche Dachkonstruktion wie die Eissporthalle in Bad Reichenhall, deren Dach, wie wir alle noch wissen, unter den enormen Schneelasten zusammenbrach und 15 Menschen das Leben kostete. Das Leben und die Gesundheit stehen für uns an erster Stelle.

Auch haben wir in 2011 den Zuschuss für den Eissport erhöht, die Eissportvereine bekommen jährlich 85 T €, und dazu stehen wir auch.

Was aber nun auf uns zu kam war für alle der Supergau. Auch hier gilt, das Leben und die Gesundheit stehen an erster Stelle. Ein weiterer Betrieb kann nicht aufrecht gehalten werden, bei Ammoniak können wir kein Risiko eingehen. Auch eine Reparatur ist nicht möglich, dies wurde uns mehrmals fachkundig dargelegt. Eine Neuanschaffung bedeutet in Verbindung mit weiteren Auflagen eine Investition in Millionen-höhe zum jetzigen Zeitpunkt. Das stellt eine Größenordnung dar, die wir nicht leisten können.  Aber selbst wenn, dann würde bei sofortiger Auftragslage die Halle nicht vor Herbst 2019 wieder in Betrieb genommen werden. Der Eissport kann in diesem Jahr in Unna definitiv nicht stattfinden. Auch würden wir dann gegen das Gebot der Haushaltssicherung verstoßen und eine weitere freiwillige Leistung aufnehmen.

Für uns ist aber eines wichtig, dass der Eissport auch weiterhin finanziell in gleicher Höhe unterstützt wird. Das ist für uns eine Grundbedingung, dass dieses nicht angetastet wird. Gleich-zeitig sehen wir aber auch hier die Sportverwaltung in der Pflicht, die eissporttreibenden Vereine zu unterstützen und überall zu helfen, um die Trainingszeiten in den umliegenden Eishallen nutzen zu können. Denn in den umliegenden Städten wie Bergkamen, Dortmund, Iserlohn und Hamm ist unsere Region gut für den Eissport aufgestellt. Solche ein Angebot findet man in anderen Regionen nicht. Da wird unser „SportService“ einen wichtigen Beitrag zur Hilfe leisten, da werden wir drauf achten.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, glauben Sie uns, diese Entscheidung heute hat sich keiner gewünscht. Der Protest und auch die Emotionen der Eissportfreunde aus Unna sind von uns allen nachvollziehbar. Kein Verständnis aber haben wir für „Andere“, die jetzt die Entscheidung zur Eissporthalle aufgreifen wollen und als Sprungbrett nehmen, um dies mit anderen Themen zu verknüpfen. Deutlicher möchte ich mich dazu nicht ausdrücken. Das hat der Eissport nicht verdient und darf nicht mit dem Eissport in Verbindung gebracht werden.

Wir alle kennen die Eissporthalle ja selber, wir waren mit unseren Kindern auf der Bahn und haben unsere Kinder das erste Mal auf Schlittschuhen erlebt, das prägt eine Mutter und einen Vater. Glauben Sie uns, das ganze Thema geht an jedem von uns nicht spurlos vorbei. Wir haben uns die Entscheidung nicht einfach gemacht, uns für das „Aus“ der Halle zu entscheiden. Dennoch müssen wir den Tatsachen ins Auge sehen.

Das Anliegen der Unnaer Einwohner nehmen wir ernst. Aus den Medien konnten wir entnehmen, dass eine Initiative besteht, die selber an einem Betreiberkonzept arbeiten möchte und bereits viele Ideen zum Betrieb habe. Wir könnten uns als CDU-Fraktion daher folgende Modifizierung des Beschlusses vorstellen.

Die Beschlüsse der Vorlage 1245/18 werden heute gefasst unter der Maßgabe, dass der Abriss der Halle zunächst ausgesetzt wird bis zum Ende des Jahres. Bis dahin hat die Initiative Zeit ein tragfähiges Betreiberkonzept vorzulegen. Der Rat wird dann anschließend darüber befinden, ob dem Abriss stattgegeben wird oder alternativ das Betreiberkonzept der Initiative weiter verfolgt werde. Eine finanzielle Beteiligung der Kreisstadt erübrigt sich aufgrund der derzeitigen Haushaltslage.

Herzlichen Dank.

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